Odysseus – der listenreichste Held der griechischen Mythologie
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Odysseus war der König der griechischen Insel Ithaka und der legendäre Held aus Homers epischen Gedichten Ilias und Odyssee. Als Sohn des Laërtes und der Antikleia, Ehemann der Penelope und Vater des Telemachos ist er berühmt für seine intellektuelle Brillanz, seine List und Wandelbarkeit – was ihm den Beinamen „Odysseus der Listige“ einbrachte. Sein berühmtester Mythos ist der Nostos, die „Heimkehr“, die ihn zehn ereignisreiche Jahre nach dem zehnjährigen Trojanischen Krieg durch die gesamte bekannte Welt führte. Wer war dieser Mann, dem kein Problem unlösbar schien – und warum fasziniert uns seine Geschichte noch heute?
Hinter Odysseus steckt mehr als ein geschickter Abenteurer. Der intelligente, geschickte, einfallsreiche und anpassungsfähige Held, der im Unglück und Leiden Durchhaltevermögen aufbringt und Sehnsucht nach seiner Heimat Ithaka und seiner Ehefrau Penelope hegt, ist eine der komplexesten Gestalten der Antike überhaupt. Seine Geschichte ist der Urtyp jeder Heldenreise: Trennung, Prüfung, Rückkehr. Doch die Art, wie er überlebt – mit Kopf statt Kraft – macht ihn einzigartig.
Woher stammt Odysseus eigentlich?
Odysseus wurde in Ithaka geboren, einer Insel im Ionischen Meer. Der Ursprung des Helden lässt sich auf seine Eltern zurückführen: Sein Vater war Laertes, und seine Mutter Antikleia. Sein mütterlicher Großvater war der berüchtigte Dieb Autolykos, ein Sohn des Götterboten Hermes – diese Genealogie macht den König von Ithaka zu einem Urenkel des Olympiers Hermes. Das erklärt vielleicht, warum er so außerordentlich geschickt in Täuschung und Rhetorik war: Schläue lag ihm buchstäblich im Blut.
Laut Homer waren seine Eltern Antikleia und Laertes, der König über die Insel Ithaka und einige Nachbarinseln. Laertes zog sich früh als König zurück und überließ die Herrschaft seinem Sohn. Dieser regierte milde und weise, bevor er am Trojanischen Krieg teilnahm. Ein Herrscher also, dem das ruhige Leben lieber gewesen wäre – was den Konflikt, den das Lied so treffend auf den Punkt bringt, auf eine ganz neue Ebene hebt.
Doch bevor er zum Helden wurde, musste er erst seinen Namen bekommen. Der Name bedeutet „der Erzürnte“, „der Zornige“ oder auch „der Hassende“. Die Herkunft liegt wahrscheinlich im altgriechischen Wort odýssomai (ὀδύσσομαι) für „hassen“, „zürnen“, „zornig“ und „ärgerlich“. In Buch 19 der Odyssee, wo Odysseus‘ frühe Kindheit erzählt wird, bittet Amme Euryclea den Großvater Autolykos, dem Kind einen Namen zu geben. Autolycus entschied sich für den Namen, der an seine eigene Lebenserfahrung erinnerte: „Da ich mit vielen Menschen im Zorn bin, soll das Kind Odysseus heißen.“
Interessant ist dabei, dass es zu seiner Herkunft auch eine weniger bekannte Paralleltradition gibt: Laut Ilias und Odyssee ist sein Vater Laertes und seine Mutter Antikleia – doch es gab eine nicht-homerische Überlieferung, nach der der hinterlistige König Sisyphos sein wahrer Vater war. Das Gerücht besagte, Laërtes habe Odysseus von dem listigen König erworben. Ob echte Tradition oder antikes Klatschgespräch – es zeigt, wie sehr die Menschen der Antike nach einer Erklärung für seine beispiellose Schläue suchten.
Die schöne Helena wurde einst von vielen Männern, auch von Odysseus, begehrt. Dieser gab ihrem Vater Tyndareos den Rat, dass alle Verehrer Helenas schwören sollten, dem erwählten Ehemann bei allen Problemen ihrer Ehe beizustehen – um einen Streit zwischen allen Bewerbern zu vermeiden. Tyndareos, der den Spartanerkönig Menelaos für seine Tochter auswählte, bedankte sich und gab Odysseus seine Nichte Penelope zur Frau. Diese diplomatische Meisterleistung zeigt den Charakter des Mannes bereits vor dem Krieg: Er dachte immer einen Zug weiter.
Als er dann aber selbst in den Krieg ziehen sollte, wollte Odysseus sich der Teilnahme entziehen und stellte sich wahnsinnig – er wurde jedoch von Palamedes entlarvt, der sich anschickte, den Knaben mit dem Schwert zu töten. Er stellte sich als wahnsinnig dar, indem er mit einem Stier und Pferd pflügte und Salz säte. Er wurde dabei von Palamedes entlarvt, indem dieser den kleinen Sohn Telemachos vor den Pflug legte. Die Liebe zum Sohn war stärker als jede List – und so zog der König von Ithaka doch in den Krieg.
Für die Vorbereitungen zum Trojanischen Krieg spielte der listige König eine wichtige Rolle: Er holte den starken Kämpfer Achilles in das Heer der Griechen. Achilles war verkleidet als Frau versteckt, um nicht erkannt und zum Krieg gezwungen zu werden. Als Botschafter des Agamemnon gelang es dem Ithakanier, Achilles unter den Frauen zu erkennen: Er brachte Schmuck und Waffen als Geschenke mit – nur Achilles interessierte sich für die Waffen, die echten Frauen nur für den Schmuck. Wieder einmal: Psychologie statt Kraft.
Warum konnte Odysseus nicht nach Hause?
Odysseus ist aufgrund seiner Teilnahme am Trojanischen Krieg und seiner Irrfahrten mit Zwischenaufenthalten knapp 20 Jahre lang von seiner Heimat abwesend und von seiner Familie getrennt. Zehn davon verbrachte er im Krieg, zehn weitere auf dem Heimweg. Was als kurze Überfahrt hätte enden können, wurde zur längsten Reise der Weltliteratur – und es war ein einziger Moment der Arroganz, der alles auslöste.
Nach dem Fall Trojas – ermöglicht durch seine Idee des hölzernen Pferdes – brach der König von Ithaka mit zwölf Schiffen auf. Die erste Station war die Küste der Kikonen, wo die Männer eine Stadt plünderten. Im Lied heißt es, 72 Männer erlagen dort ihrer Sterblichkeit, weil sie zu lange feierten und Verstärkung nahten. Zunächst siegreich, wurden sie schließlich überwältigt und erlitten große Verluste. Ein Vorgeschmack auf das, was kommen sollte: Die eigene Disziplinlosigkeit würde sich wieder und wieder rächen.
Bei den Lotophagen gerieten die Männer in Trance. Die Einwohner boten seinen Männern die Lotusfrucht an, die sie ihr Heimweh vergessen ließ. Odysseus erkannte die Gefahr und zwang seine Männer zurück aufs Schiff. Nur sein eiserner Wille rettete sie davor, für immer auf dieser Insel zu verweilen.
Dann kam die verhängnisvollste Begegnung der gesamten Reise: der Kyklop Polyphem. Auf der Insel der Kyklopen wurden sie vom einäugigen Riesen Polyphemos, einem Sohn des Meeresgottes Poseidon, gefangengenommen und in einer Höhle festgehalten. Um Polyphemos‘ Wachsamkeit zu senken, gab ihm der schlaue König starken, unverdünnten Wein. Als der betrunkene Polyphemos nach seinem Namen fragte, antwortete er: „Niemand“. Das griechische Wort Oὔτις ist dabei auch eine Kurzform seines eigenen Namens – ein Wortspiel, das in Übersetzungen verloren geht.
Nachdem er dem Polyphem reichlich Wein gegeben hatte, stießen der Held und seine noch überlebenden Gefährten ihm einen angespitzten, glühenden Pfahl in sein Auge. Sie entkamen mit List aus der Höhle – verborgen unter dem Bauch der Schafe des Riesen. Doch dann geschah der entscheidende Fehler, der alles veränderte: Einmal sicher auf dem Schiff, konnte der Held nicht widerstehen, den Kyklopen zu verspotten. Als er und seine Männer davonsegelnten, rief er: „Wenn jemand dich nach der schändlichen Blendung deines Auges fragen sollte – sage, dass Odysseus, der Städteverwüster, es getan hat, Sohn des Laertes, dessen Heimat in Ithaka ist.“
In seinem Zorn bat der Kyklop seinen Vater Poseidon, den Gott, Odysseus auf dem Meer umkommen zu lassen oder zumindest seine Heimkehr lange zu verzögern. So zog sich der Held den Hass Poseidons zu, der ihn zehn Jahre lang von der Heimkehr fernhielt. Ein König, der für eine Sekunde Prahlerei ein Jahrzehnt bezahlte.
Von Aiolos, dem Herrn der Winde, erhielt er Hilfe: Der Gott der Winde nahm ihn gastfreundlich auf und gab ihm einen Sack, in dem alle Winde außer dem günstigen Fahrtwind verschlossen waren. Als er einschlief, öffneten seine Gefährten unerlaubt den Sack, in dem sie Schätze vermuteten. Als sie von Stürmen zur Insel zurückgetrieben wurden, wollte Aiolos nicht noch einmal helfen und forderte ihn, der den Göttern verhasst sei, zum Verschwinden auf.
Noch schlimmer traf es die Flotte bei den Lästrygonen: Von zwölf Schiffen entkam nur eines. Weitere Stationen waren die Insel Aiaia, wo die Zauberin Kirke die Gefährten in Schweine verwandelte. Kirke gab ihnen Ratschläge für die Weiterfahrt und warnte vor den Sirenen. Der Held bestrich die Ohren seiner Gefährten mit Wachs und ließ sich selbst an den Mast binden, um dem Gesang der Sirenen nicht zum Opfer zu fallen.
Während seiner Heimreise machte er zweimal längere Pause: zuerst ein Jahr lang bei der zauberkundigen Göttin Kirke auf der Insel Aiaia, später etwas mehr als sieben Jahre bei der Nymphe und Göttin Kalypso auf der Insel Ogygia. Er verlor alle seine Gefährten. Am Ende kehrte er allein zurück – zerschlagen, gealtert, aber ungebrochen.
Wofür ist Odysseus wirklich bekannt?
Wenn Menschen nach Odysseus suchen, wollen sie wissen, was ihn von anderen Helden unterscheidet. Die Antwort ist eindeutig: Er ist bekannt für seine Weisheit, Einfallsreichtum und strategisches Planen, die entscheidend für den Erfolg der Griechen im Trojanischen Krieg waren. Kein anderer griechischer Held verkörpert das Prinzip so konsequent, dass Geist über Muskelkraft steht.
Das bekannteste Symbol seiner Schläue ist ohne Frage das Trojanische Pferd. Der Krieg selbst dauerte zehn Jahre und endete, als der König von Ithaka die geniale Idee hatte, ein riesiges Pferd zu bauen, dreißig Männer darin zu verstecken und es als Kapitulationsgeschenk den Trojanern anzubieten. Sobald das Pferd in die Mauern der Stadt gezogen wurde, warteten die Männer, bis die Trojaner schliefen, und öffneten dann die Tore für die griechische Armee. Zehn Jahre Belagerung – gelöst mit einem Gedanken.
Doch der kluge König war kein eindimensionaler Trickster. Die Odyssee vermittelt Einblicke in altgriechische Werte wie Gastfreundschaft (Xenia), Ehre und die Bedeutung von Klugheit über rohe Kraft. Er ist der Held, der fragt, denkt und abwägt – nicht derjenige, der als erster zuschlägt. Odysseus ist für seinen scharfen Verstand und seine Fähigkeit bekannt, mit List und Taktik schwierige Situationen zu meistern.
Dabei war sein Bild in der Antike keineswegs unumstritten. In den römischen Fassungen der Odyssee-Geschichten hat der Held Ulysses oft einen komplexeren und zwiespältigeren Charakter als der ursprüngliche Odysseus. Während er als Held und König von Ithaka gilt, wird Ulysses manchmal als ruchloser und trickreicher Charakter dargestellt, der nicht immer seine Absichten offenbart. Die Römer sahen im Listenreichen einen Betrüger. Sophokles zeichnete ihn negativ. Dante versetzt ihn in die Hölle.
Dante Alighieri begegnet im Canto XXVI des Inferno seiner Göttlichen Komödie Odysseus nahe dem Tiefsten der Hölle: Mit Diomedes wandelt er im achten Ring – unter den Beratern des Betrugs – eingehüllt in Flammen, als Strafe für seine Listen und Verschwörungen, die den Trojanischen Krieg gewannen. Diese ambivalente Moral macht die Figur so reich: Er ist weder strahlender Held noch reiner Schurke, sondern zutiefst menschlich.
Besonders faszinierend ist, wie er schließlich nach Ithaka zurückkehrte. Dank der Hilfe der Athene kam er endlich allein nach Hause, fand aber seine Frau Penelope von Freiern bedrängt vor. Als Bettler verkleidet wurde er zunächst nur von seinem sterbenden Hund Argos erkannt, fand sodann heraus, dass Penelope ihm treu geblieben war, tötete dann zusammen mit Telemach die Freier. Selbst die Rückkehr war eine List.
Penelope erklärte sich bereit, nur den zu heiraten, der den Bogen des Odysseus spannen könne. Dies gelang nur dem als Bettler verkleideten Odysseus selbst. In dem Moment, in dem er den Bogen spannte, enthüllte er nicht nur seine Stärke – er enthüllte, wer er wirklich ist. Der großartigste Trick seiner gesamten Reise war letztlich kein Trick: Es war die Wahrheit.
Zum Tod des Helden gibt es mehrere Überlieferungen. In einer post-homerischen Tradition kam Telegonus, Odysseus‘ Sohn von der Zauberin Kirke, nach Ithaka auf der Suche nach seinem Vater. Er begegnete Odysseus und tötete ihn, ohne ihn zu erkennen, mit einem Speer, dessen Spitze aus dem Stachel eines Stachelrochens bestand – und erfüllte damit die Prophezeiung der Odyssee, dass der Tod „vom Meer“ kommen würde. Der Sohn des Meeres holte ihn am Ende ein.
wenn man den Gerissensten suchte,
dann gab es nur diesen.“
Wie klingt Odysseus bei Weltenklang?
Das Weltenklang-Wissenslied über Odysseus erzählt die Geschichte des „ausgefuchsten Mannes“ in einer Form, die sofort im Ohr bleibt. Von den ruhigen Tagen auf Ithaka, wo er mit Penelope und dem kleinen Telemachos lebte, über die Kriegsverpflichtung, die er mit Salz und Irrsinn zu umgehen versuchte, bis hin zu den Irrfahrten, die ihn fast alles kosteten – der Song folgt dem epischen Ablauf der Odyssee mit einer Energie, die das antike Epos lebendig macht.
Besonders treffend arbeitet das Lied mit dem Prinzip der Konsequenz: Jede Entscheidung hat ihren Preis. Das Öffnen des Windsacks durch gierige Männer. Der Ruf des echten Namens an den Kyklopen. Die zu lange gefeierte Plünderung der Kikonen. Das Lied macht deutlich, dass die Irrfahrten des ithakaischen Königs nicht einfach böses Schicksal waren – sie waren das Ergebnis menschlicher Schwächen: Gier, Arroganz, Ungeduld. Und genau das macht die Geschichte so zeitlos.
Das Lied erscheint in zwei Teilen auf dem Weltenklang-Kanal – Teil 1 erzählt den Weg nach Troja und die ersten Stationen der Heimreise, Teil 2 führt die Irrfahrten weiter. Beide Teile sind als Wissenslieder konzipiert: Sie vermitteln echte mythologische Fakten, eingebettet in eine musikalische Erzählung, die man nicht vergisst. Wer den Refrain einmal gehört hat – „Das war Odysseus, der ausgefuchste Mann, für jedes Problem schmiedete er einen Plan“ – wird ihn so schnell nicht wieder los.
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Wer tiefer in die Welt der epischen Wissenslieder eintauchen möchte, findet auf dem Weltenklang-YouTube-Kanal eine wachsende Sammlung an Songs über Götter, Helden und Mythen aus aller Welt. Abonnieren lohnt sich – jede Woche erscheinen neue Wissenslieder.
Wo taucht Odysseus heute noch auf?
Odysseus ist eine der wiederkehrendsten Figuren der westlichen Kultur. Kaum ein anderer Charakter der Antike hat so viele Spuren in Literatur, Film, Philosophie und Sprache hinterlassen – und das über fast drei Jahrtausende hinweg. Das liegt nicht daran, dass seine Geschichte spektakulär ist. Es liegt daran, dass sie zutiefst menschlich ist.
Im Bereich der Literatur ist der Einfluss überwältigend. James Joyces Roman Ulysses (1918–1920) nutzt moderne literarische Mittel, um einen einzigen Tag im Leben eines Dubliner Geschäftsmannes namens Leopold Bloom zu erzählen. Blooms Tag enthält viele ausgefeilte Parallelen zu Odysseus‘ zehn Jahren des Wanderns. Während der homerische Odysseus primär durch Heimweh motiviert ist, zeichnet sich der dantesche Ulysses durch ein unstillbares Fernweh und einen zwanghaften Drang zur Grenzüberschreitung aus. Dieselbe Figur, zwei völlig gegensätzliche Interpretationen – das ist das Zeichen eines echten Archetyps.
Forscher weisen auf starke Einflüsse aus der nahöstlichen Mythologie in der Odyssee hin. Martin West stellt erhebliche Parallelen zwischen dem Gilgamesch-Epos und der Odyssee fest: Sowohl Odysseus als auch Gilgamesch sind dafür bekannt, an die Enden der Erde zu reisen und auf ihrer Reise ins Land der Toten zu gehen. Die Grundstruktur der Geschichte – Held bricht auf, verliert alles, kehrt verwandelt zurück – ist ein Urmuster der Menschheit.
Im Film hat der Stoff eine ebenso reiche Tradition. Der Film „Troy“ (2004) erzählt den Trojanischen Krieg mit Brad Pitt als Achilles. „O Brother, Where Art Thou?“ (2000) von den Coen-Brüdern verlegt die Odyssee ins Mississippi der 1930er Jahre, mit Humor und Bluegrass. Die Miniserie „Die Odyssee“ (1997) bleibt näher am Original und folgt der zehnjährigen Heimreise nach Ithaka.
Aktuell ist ein großes Kinoepos in Vorbereitung: Regisseur Christopher Nolan wagt sich an eine ehrgeizige Verfilmung von Homers berühmtem Epos: The Odyssey. Für dieses Projekt vertraut Universal Pictures auf Nolans Ausnahmetalent. Matt Damon übernimmt die Hauptrolle, unterstützt von Stars wie Tom Holland, Anne Hathaway, Zendaya und Charlize Theron. Geplanter Kinostart war für Juli 2026 – ein Beweis dafür, dass der Stoff nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.
In der Popkultur inspiriert Odysseus Helden in Fantasy und Science-Fiction, die mit Intelligenz und Ausdauer triumphieren. Die Percy-Jackson-Reihe von Rick Riordan modernisiert griechische Mythen für junge Leser, Homers Einfluss ist in jeder Heldenreise spürbar. Vom Computerspiel bis zur Graphic Novel, vom Philosophieseminar bis zum Kindergarten-Märchenbuch: Der König von Ithaka ist überall.
In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zu einem Synonym für lange Irrfahrten geworden. Wenn jemand heute sagt, seine Reise sei „eine wahre Odyssee“ gewesen, zieht er unbewusst eine Linie zurück zu dem Mann, der vor 2800 Jahren zum ersten Mal das Mittelmeer überquerte und dabei fast alles verlor – außer dem Willen, nach Hause zu kommen.
Die Römer, die griechische Geschichten und Götter adaptierten, nahmen die Geschichten von Odysseus auf und nannten ihn „Ulysses“. Dieser lateinische Name lebt bis heute in Tausenden von Werken weiter. Obwohl der Name nicht weit verbreitet ist, bleibt er aufgrund seiner literarischen und kulturellen Bedeutung ein starkes Symbol für Weisheit, Abenteuer und menschliche Beharrlichkeit.
Fazit – Warum Odysseus bis heute fasziniert
Odysseus steht als Symbol für Intelligenz, Überlebensfähigkeit und die Sehnsucht nach Heimat in der griechischen Mythologie. Doch das allein erklärt die anhaltende Faszination nicht vollständig. Es ist die Mischung aus Stärken und Fehlern, die ihn so unvergesslich macht. Er ist klug – und arrogant. Geduldig – und manchmal schwach. Ein liebender Ehemann – und ein Mann, der Jahre bei Kirke und Kalypso verbrachte.
Die Wandlungsfähigkeit der Odysseus-Figur macht ihn zu einer archetypischen Identifikationsfigur für den modernen Menschen. Jede Epoche hat ihn neu interpretiert: als Betrüger, als Heimkehrer, als Philosophen, als Kolonisator, als existenziellen Wanderer. Die Odyssee lädt dazu ein, über die zeitlosen Themen Beharrlichkeit, Identität und die Sehnsucht nach Heimat nachzudenken. Die Prüfungen des Helden erinnern uns an die Herausforderungen unserer eigenen Reisen, und sein letztendlicher Erfolg gibt die Hoffnung, dass Entschlossenheit und Witz selbst die gewaltigsten Hindernisse überwinden können.
Das Weltenklang-Wissenslied bringt diese Geschichte zurück in ihre ursprünglichste Form: als gesungene Erzählung. Lange bevor Homer seine Verse aufschrieb, wurden die Abenteuer des Königs von Ithaka mündlich weitergegeben, von Sänger zu Sänger, von Feuer zu Feuer. Musik war das erste Medium dieser Mythen – und sie bleibt das stärkste. Hör rein, sing mit, und erlebe, wie 2800 Jahre alte Geschichten plötzlich wieder lebendig werden.
Weitere Wissenslieder
Achilles
Wie Odysseus kämpfte auch Achilles vor Troja – doch wo der eine mit List siegte, bezahlte der andere mit seinem Leben.
Medusa
Auch in der griechischen Welt braucht es List, um Monster zu besiegen – Perseus‘ Kampf gegen Medusa ist das Spiegelbild zu Odysseus‘ Trickkiste.
Loki
Schläue als überlebenswichtige Waffe – was die Griechen in Odysseus feierten, fürchteten die Nordmänner in Loki: der listige Gott aus einer anderen Welt.
Quellen & weiterführende Links
- Wikipedia EN – Odysseus: https://en.wikipedia.org/wiki/Odysseus
- Wikipedia EN – Odyssey: https://en.wikipedia.org/wiki/Odyssey
- Britannica – Odysseus: https://www.britannica.com/topic/Odysseus
- Mythopedia – Odysseus: https://mythopedia.com/topics/odysseus/
- Geschichte Kompakt – Odysseus: https://www.geschichte-abitur.de/griechische-mythologie-a-bis-z/odysseus
- Griechische-Sagen.de – Odysseus: https://www.griechische-sagen.de/Odysseus.html
- Greekmythology.com – Odysseus: https://www.greekmythology.com/Myths/Heroes/Odysseus/odysseus.html
- Gutefrage.net – Wie lange war Odysseus unterwegs: https://www.gutefrage.net/frage/wie-lange-war-odysseus-unterwegs
- Baby-Vornamen.de – Bedeutung Odysseus: https://www.baby-vornamen.de/Jungen/O/Od/Odysseus/
- Bildungssprache.net – Homer: https://bildungssprache.net/homer-dichter/
- 24matins.de – Die Odyssee im Film (Nolan): https://www.24matins.de/die-odyssee-im-film-moderne-interpretation-des-epos-284679
